Zungenspitzen Howto
 
 

Die Ausarbeitung der Zungenspitze für fiNescale-Weichen ist nicht ganz einfach, einerseits darf der Spurkranz der Rads nicht zwischen Spitze und Backenschiene laufen, eine Entgleisung wäre unvermeidlich, andererseits möchte man nicht den Schienenkopf der Backenschiene einkerben, da dies sehr unschön aussieht.

Zuerst ein Bild, wie ich meine Zungenspitze bearbeitet habe:

Zungenspitzen-Howto

Zusammenfassung

  1. -Was ist problematisch an der Zungenspitze?

  2. -Vorbildinformationen

  3. -Umsetzung ins Modell

Zungenspitze

Hier kann man gut erkennen, wie die Zungenspitze oben ganz dünn ausläuft.

Der winzige Spalt verschwindet, wenn die Zunge leicht an die Backenschiene angedrückt wird, an dieser Weiche fehlt aber noch der Antrieb.

Bei echten Weichen sieht das ähnlich aus:

Zeichnung: "Hartmann, Reichsbahnweichen und Reichsbahnbogenweichenweichen, Berlin 1940".

Über Zungenprofile steht da: "Sie [die Zungen] werden in ihrem vorderen Teil auf der Gleismitte zu liegenden Seitenfläche des Kopfes so bearbeitet, dass sie zur Zungenspitze auslaufen..." Es wird also der Kopf fast vollständig weggenommen, ein Bild dazu kommt morgen. Weiter heißt es: "Sie untergreifen damit deren Fahrkante [der Backenschiene] und werden deshalb unterschlagende Zungen genannt." Es folgt ein Satz über die geschächte Tragfähigkeit und Lastübertragung. "Zu diesem Zweck werden die Zungen von einer Kopfbreite von 50mm an gegen die Spitze zu abgeschrägt und außerdem auf eine kurze Länge an der Spitze noch weiter und zwar so weit abgesenkt, dass selbst bei einem Klaffen von der Zunge um 2-3mm oder bei seitlicher Abnützung der Backenschiene noch kein Spurkranz in den Spalt zwischen Zunge und Backenschiene gelangen und so zweispuriges Fahren eintreten kann, was immer zu Entgleisungen führen würde."

Zungenspitze beim Vorbild

Hier noch ein Bild, wie die Zungenspitze beim Vorbild aussieht. Foto: Jörg-Stefan Ralf.

Aufgrund der Materialdicken im Modell und der Fertigungsmöglichkeiten muss man bei dem Nachbau Kompromisse machen:

Zungenspitze von unten

Die gleiche Situation wie auf dem ersten Bild von unten gesehen. Gut zu erkennen, das die Zungen auf ihrer Unterseite die ursprüngliche Breite behalten haben und die Backenschienen auf ein Minimum dünner gefeilt worden sind.

Die Zungenspitze ist auch beim Vorbild spitz zulaufend:

Hier erkennt man gut, dass der Schienenkopf der Backenschiene oben unbearbeitet bleibt und nur an der Innenseite abgeschrägt wird. Am Anfang der Zunge läuft das Rad noch vollständig auf der Backenschiene!

Die gleiche Modellsituation mit der Zunge in abliegender Stellung:

Ansicht des Zungenbereichs
Zunge von Unten

Und das ganze nocheinmal von unten her gesehen. Auf der Unterseite der Zungen ist das Profil noch breit genug, um die Stelldrähte sicher anzulöten.

Die Weiche nochmal in der Draufsicht. Wie schon oben beschrieben, liegen die Zungen nicht ganz an, da der Antrieb noch fehlt. Mit leichtem Andruck verschwinden die Zungespitzen Tatsächlich "unter" der Backenschiene. Gut zu erkennen ist aber, dass der Kopf der Backenschiene wie beim Vorbild in voller Breite erhalten bleibt.

Anliegende Zunge von oben

Für die Weichen habe ich englisches Bullheadprofil verwendet, es funktioniert aber genau so gut mit Vingiol-Schienen.


Letzte Änderung dieser Seite: 04.10.2007


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