finescale Eine keine Einführung
 
Was ist eigentlich fiNescale?

Man könnte einfach sagen, dass fiNescale das Versprechen einer Modellbahn in 1:160 einlöst. Das klingt hochtrabend und ist natürlich maßlos übertrieben. Ein jedes Modell, ob physikalisch, mathematisch oder modellbauerisch, möchte einen Vorbildzustand so vereinfacht abbilden, dass die Betrachtung und das Studium des Vorbildes möglich wird. Es muss, bezogen auf die Modellbahn, eben mehr sein, als die bloße Verkleinerung um einen Faktor 160, slod 1:160.

Warum kann das die Modellbahn aus der Schachtel nicht?

Die Detailierung und Bedruckung, bei neuen Konstruktionen auch der Antrieb, von Großserienprodukten haben mittlerweile ein sehr hohes Niveau erreicht, dass kaum noch Wünsch offen lässt. Allerdings muss die Modellbahnindustrie eine sehr breite Käuferschicht mit bezahlbaren Produkten bedienen, vom Sammler , dem Spielbahner, über den Anlagenbauer bis zum Betriebsbahner. Das führt dazu, dass die Modelle, wie man in der Computerbranche sagt, abwärtskompatibel sein müssen. Ein frisch gekauftes Modell muss über 30 Jahre alte Weichen rumpeln können. Die Kupplungen müssen passen und viele Sammler schätzen das seidenmatte Finish der Lackierungen, obwohl es das beim Vorbild so gut wie nicht gibt.

Wovon kann man sich trennen?

Wenn man sich, erst einmal gedanklich, von dem trennt, was für die N-Bahn aus dem Händlerregal typisch ist, so ergeben sich ganz neue Perspektiven. Die Radsätze müssen nicht so breit sein, wenn man das Gleissystem verfeinert. Die Kupplungen von Fahrzeugen müssen nicht riesige Haken mit komplizierten Mechaniken sein, wenn man die Radien von Kurven viel größer macht. Loks und Wagen sind keine Sammelstücke für die Vitrine, sie können umgebaut, gealtert oder verfeinert werden. Bahnanlagen müssen keine Ovale auf 2m² sein, wenn man sie auf transportablen Modulen aufbaut. Die Liste ließe sich einfach fortsetzen, wichtig ist die Idee, die dahinter steckt.

Was ist die Idee, die hinter fiNescale steckt?

Zum einen ist das die Vermeidung von Kompromissen, zum anderen die Beschränkung auf das Wesentliche. Natürlich ist kein Modell ohne Kompromisse möglich, das fängt beim Antrieb mit Elektromotoren in Dampfloks an und hört bei den fertigungstechnischen Grenzen der Detailierung von Wagen noch lange nicht auf. Was aber das entscheidende Kriterium sein muss, ist der Eindruck beim Betrachter. Für ihn muss sich die Welt im Modell nachvollziehbar, erlebbar und stimmig präsentieren. Das kann nur gelingen, wenn man das Vorbild so genau wie möglich nachbildet, sowohl in seinen Abmessungen, als auch in seiner Form und Farbe. Dabei hilft der zweite Punkt, die Beschränkung. Details sind unter einer bestimmten Größe nicht mehr erkennbar, Bahnanlagen ab einer bestimmten Größe nicht mehr nachbaubar.



Was sind die Konsequenzen?

Die Kompromisse sollten daher besser bei der Auswahl des Vorbildes gemacht werden, als bei der späteren Umsetzung. Lieber weniger, dafür aber besser. Nicht 200 Loks aus der Schachtel, sondern wenige, vielleicht nur drei bis vier, Modelle, die super fahren, gealtert und mit Zurüstteilen verfeinert sind. Es muss aber nicht jeder Nietkopf genau maßstäblich sein, solange das nur unter dem Mikroskop sichtbar ist. Hierbei ist die N-Bahn im Vorteil, da viele Feinheiten des Vorbildes nur angedeutet werden müssen, statt sie, wie zum Beispiel bei H0, genau nachzubauen. Der kleinere Maßstab ermöglicht es ebenfalls, größere Bahnanlagen unverkürzt nachzubauen und trotzdem noch Landschaft links und rechts der Strecke darzustellen.

Und der Lohn für die Mühe?

Man erarbeitet sich eine Modellbahn, die dem Versprechen, eine Eisenbahn im kleinen darzustellen, gerecht wird. Man kann in die Modellwelt eintauchen, ohne über Noppen auf den Schwellen zu stolpern. Man hat individuelle Modelle, die es nicht im Laden gibt. Und man hat vor allem viel Spaß beim Bauen und Fahren!


© 2002-2007 Edward von Flottwell

 
Traktor an der Laderampe